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18. Juli 2018

Großes Interesse und gute Stimmung beim E-Mobil-Tag 2018

Auf großes Interesse stieß der E-Mobil-Tag 2018, den renergie Allgäu heuer erstmals in Zusammenarbeit mit der Stadt Kempten veranstaltete. 40 Zuhörer hatten sich im Vorfeld zur vormittäglichen Fachtagung in Pfarrzentrum St. Lorenz angemeldet – deutlich mehr als doppelt so viele interessierte Besucher erschienen dann aber letztendlich, um sich über den aktuellen Stand der E-Mobilität, Prognosen und Visionen informieren zu lassen. Und auch die Autoschau von 12 bis 16 Uhr auf dem Hildegardplatz zog hunderte von Passanten an. Mal lockte „nur“ die Lust, einmal in einem echten Tesla oder E-Porsche gesessen zu sein, oft aber waren gezielte Fragen und konkrete Kaufüberlegungen Grund für den Besuch.

 „Kempten arbeitet seit Jahren daran, die E-Mobilität in die Breite zu bringen“, wies dritter Bürgermeister Josef Mayr in seiner Begrüßung auf die verschiedenen kommunalen Maßnahmen zum Ausbau der Lade-Infrastruktur und die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule Kempten hin. Die Kooperation mit renergie Allgäu sei ein weiterer Baustein in diesem Bemühen.Tagung E Mobil Tag 2018

Für den Verein war es bereits die dritte Veranstaltung in dieser Reihe. Das diesjährige Motto „E-Mobilität macht Spaß“ nahm Vorsitzender Richard Mair zum Anlass, um über sein ganz persönliches Vergnügen und seine höchst eigenen Er-Fahr-ungen mit seinem Elektrofahrzeug zu sprechen. Seit fast fünf Jahren ist er mittlerweile mit einem batteriebetriebenen Zoe unterwegs und konnte in dieser Zeit sogar die zunächst skeptische Ehefrau von den Vorzügen des bewussten und entschleunigten Fahrens überzeugen. „Hinterm Steuer eines E-Mobils entdecken Sie ein ganz neues Lebensgefühl“, appellierte Mair an alle Anwesenden, sich diesen Spaß nicht länger entgehen zu lassen.

Für Georg Göhler vom Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation liegt das Vergnügen der E-Mobilität nicht zuletzt auch in den technischen Herausforderungen. Der Wissenschaftler berichtete von den komplexen Aufgaben beim Aufbau eines vernetzten Ladesystems, wo es immer wieder darum geht, extreme Bedarfsspitzen zu stemmen und auszugleichen. Dabei setzt der Forscher auf die örtlichen Stromversorger, die hier über entsprechende Preisstaffelungen Impulse für ein möglichst breites Ladeverhalten setzen könnten. „E-Mobilität bedeutet große Herausforderungen“, so das Fazit von Georg Göhler, „aber auch große Potentiale!“

Florian Weh, Projektleiter vom Verein renergie Allgäu, erklärte zunächst an einem stark vereinfachten und noch rein theoretischen Fallbeispiel, wie „intelligentes Laden mit PV-Strom im eigenen Mikronetz“ aussehen könnte, um dann auf ein konkretes Demonstrationsobjekt hinzuweisen, das derzeit auf dem Gelände der Vereins-Geschäftsstelle entsteht. Hier sollen ein Solar-Carport, Ladesäulen, eine Speicherbatterie und (derzeit noch nicht verfügbare weitere) Solarflächen so miteinander vernetzt werden, dass die Erneuerbare Energie nicht nur fürs vereinseigene Auto, sondern möglicherweise auch noch für einen externen Stromabnehmer reicht.

Mit interessanten, wenn auch ernüchternden Zahlen wartete Florian Fischer vom Allgäuer Überlandwerk auf: Gerade mal 390 E-Fahrzeuge (inclusive Hybridmodelle) sind derzeit in Kempten und dem Landkreis Oberallgäu gemeldet. Demgegenüber stehen 60 Ladepunkte im selben Gebiet, darunter vier Schnellladesäulen, sprach Fischer von einem „deutlichen Überangebot“. Trotzdem würden weiterhin öffentliche und halböffentliche Ladestationen gebaut – zuletzt am Grünen Zentrum in Kempten. Die Zukunft allerdings sieht der Fachmann in privaten und gewerblichen Ladestationen. Darauf müsse künftig schon bei der Planung von Wohnbau- und Gewerbegebieten geachtet werden.

Bernhard Schultes vom Netzwerk Oberschwaben glaubt fest an die Zukunft der batteriebetriebenen Fahrzeuge, die „zwar langsamer kommen als gedacht, aber unaufhaltsam.“ Im Bodenseeraum gibt es unter dem Stichwort „Emma“ (e-mobil mit Anschluss) verschiedene erfolgreiche Projekte. So verkehrt in Friedrichshafen das sogenannte Campus-Mobil, ein E-Fahrzeug, das Studenten gegen geringes Entgelt (1€/15 Minuten) entleihen können. In Meckenbeuren steuern ehrenamtliche Fahrer mit dem „Bürgermobil“ bedarfsgerecht alle Teilorte der Gemeinde an. Und für die Landesgartenschau 2020 in Überlingen ist nicht nur ein E-Bus-Transfer geplant, sondern auch E-Rollatoren und E-Rikshas.

Mit ansteckender Begeisterung erzählte abschließend Eric Stark von der Deutschen Post AG vom innovativen Mut seines Unternehmens, das mangels passender Angebote von der Autoindustrie vor rund zehn Jahren kurzerhand eigene E-Scooter bauen ließ. „Wir wollten Werkzeuge, keine Fahrzeuge“, wies Stark auf die eingebauten Standards wie Sitzheizung, Navi, Rückfahrkamera und extra breite Ladeflächen hin. Seit 2012 werden die Street Scooter auch offiziell vermarktet und sind in gelb, orange und weiß für jedermann erhältlich.

Hildegardplatz E Mobil Tag 2018 2Bei der anschließenden Autoschau auf dem Hildegardplatz durften die Street-Scooter darum freilich auch nicht fehlen. Sie standen in einer Reihe mit Mercedes und Smart, Hyundai, BMW, Ford, Jaguar, Volvo, Range Rover, Porsche, Nissan, Renault, Mitsubishi, Toyota, VW, Audi und Tesla. Dazwischen auch immer mal wieder ein privater E-Roller, E-Bikes und E-Rollstühle. Bei strahlendem Sonnenschein wurde gefachsimpelt, verhandelt und diskutiert. Oder eben auch einfach mal nur geguckt, gestaunt und begeistert Probe gesessen

Dateien:
Name Erstellt am Dateigröße    
1 - Zukünftige Energiesysteme und Elektromobilität - Georg Göhler 18.07.2018 5.59 MB
2 - Intelligentes Laden mit PV-Strom im eigenen Mikronetz - Florian Weh 18.07.2018 2.3 MB
3 - Status, Ausblick und Herausforderungen im Bereich der Ladeinfrastruktur - Florian Fischer 18.07.2018 2.29 MB
4- Elektromobilität in der Region - Bernhard Schultes 18.07.2018 1.95 MB
5 - Sparsam - Umweltfreundlich - Innovativ der DHL Street Scooter - Eric Stark 18.07.2018 830.1 KB

 



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